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Wechselduschen: Das einfache 3 Minuten Wellness-Programm!

Na, noch Warmduscherin? Dann wird es höchste Zeit, hier alles über Wechselduschen zu erfahren sowie alle wichtigen Gründe, die für eine regelmäßige Anwendung sprechen. Wie du den Kältekick richtig für dein Wohlbefinden nutzt, erklärt unsere vollständige und einfach umzusetzende Anleitung fürs Wechselduschen.

Inhalte

Was sind Wechselduschen?

Unter Wechselduschen versteht man das mehrfache Abbrausen des Körpers oder einzelner Körperteile mit abwechselnd warmen und kalten Wassergüssen. Das Wechselduschen ist eine moderne, einfach durchzuführende Art der Hydrotherapie, die seit Jahrhunderten angewendet wird.

Nicht nur die Römer nutzten in Thermen gern die heilende Wirkung von Wasser, ebenso in Asien war die Behandlung von akuten und chronischen Beschwerden mit Wasser ein gern genutztes Mittel.

Durch Sebastian Kneipp erlangten Therapieformen mit Kaltwasser im 19. Jahrhundert einen Aufschwung und große Bekanntheit in unseren Breitengraden.

Seine eigene Erkrankung an der Infektionskrankheit Tuberkulose (sog. Lungenschwindsucht) ließ den Theologen Sebastian Kneipp auf ein Buch des Arztes Johann Siegmund Hahn stoßen. Was er über die Behandlung mit Wasser las, machte ihn so neugierig, dass er kurzerhand Selbstversuche in der kalten Donau unternahm.

Die positiven Einflüsse der Kaltwassertherapie auf seine Krankheit ließen ihn weiter versuchen. Patienten, die von Kneipp geheilt wurden, gaben ihm den Spitznamen „Wasserdoktor“.

Noch heute wird die auf Sebastian Kneipp basierende Kneipp-Medizin mit Verfahren wie dem Wassertreten oder Wasserkuren angewendet.

Der Unterschied zwischen Wechselduschen und klassischen Kneipp-Güssen:

Viele kleine Wasserstrahlen treffen auf die Hautoberfläche.

Klassische Kneipp-Güsse werden immer mit einem größeren Wasserstrahl durchgeführt. So bleibt auf der Haut ein ganzer Wasserfilm. Die Kneipp-Güsse können an verschiedenen Körperregionen angewendet werden. Zu den bekanntesten Wasseranwendungen nach Kneipp gehören beispielsweise Kniegüsse oder das Wassertreten. Ebenso zählen Wasserbäder mit ansteigenden Temperaturen dazu.

Welche Auswirkungen haben Wechselduschen auf Körper und Organismus?

Durch die wechselnden Temperaturen des Wassers muss der Körper sich immer wieder schnell auf neue Temperatur-Situation einstellen. Dabei sind sowohl das kalte Wasser als auch der warme Teil der Dusche sehr wichtig. Warme und kalte Temperaturbereiche werden in der Hydrotherapie bei diversen Behandlungsformen eingesetzt.

Behandlung des Körpers mit kaltem Wasser erhöhen die Anzahl der Lymphozyten im Blut. Lymphozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind.

Von einer gestiegenen Anzahl von Lymphozyten kann auf eine gesteigerte zelluläre Immunabwehr geschlossen werden. Das belegt eine Studie des Kompetenzzentrums für Naturheilverfahren des Universitätsklinikums Jena.

Eine einmalige Anwendung reicht nicht aus, um die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Vielmehr sollten die Kaltwasseranwendungen über einen mehrwöchigen Zeitraum durchgeführt werden. 10 Wochen sollten es mindestens sein. Oder noch besser:

 Wechselduschen sollten zur langfristigen Angewohnheit werden!

Je größer die Temperaturunterschiede der Wassergüsse, desto größer ist der eintretende Effekt.

Merke: Taste dich langsam an die ungewohnten Temperaturunterschiede heran!

Das passiert beim Duschen mit warmem Wasser:

Die hohe Temperatur des Wassers (höchstens 42 Grad Celsius) weitet Gefäße, Arterien und Venen. Ebenfalls hat die Wärme einen Einfluss auf die Spannung in der Muskulatur. Die Muskelspannung vermindert sich, die Durchblutung und Stoffwechselleistung steigen. Nicht zuletzt darauf ist der entspannende Effekt von warmen Duschen und Bädern zurückzuführen.

Mit kaltem Wasser duschen – das passiert:

Durch die niedrige Temperatur des Wassers ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Die Verengung sorgt beispielsweise nach Sportverletzungen dafür, dass Schwellungen zurückgehen. Die Nervenempfindlichkeit wird gehemmt und das Schmerzempfinden verringert.

Hält die Kälte nur kurz an, nimmt die Spannung der Muskulatur zu. Nach längerer Zeit tritt jedoch der gegenteilige Effekt ein: Die Spannung in der Muskulatur geht zurück, die Muskeln „lockern“ sich und vor allem tiefsitzende Verspannungen in der Muskulatur können mit genug Kälteeinwirkung zurückgehen.

Der mehrfache Wechsel zwischen kaltem und warmem Wasser ist ein sehr gutes Training der Blutgefäße und hält diese elastisch. Der Kreislauf kommt in Schwung. Um den Kreislauf nicht zu sehr zu belasten, sollten die Temperaturunterschiede gerade bei Anfängern zunächst nicht zu stark sein.

Vorteile von Wechselduschen:

Diese Wellness- und Gesundheitsdusche hat nicht nur positiven Einfluss auf die Elastizität der Blutgefäße. Vielmehr haben die gezielt eingesetzten Temperaturunterschiede positive Auswirkungen auf den gesamten Körper und Organismus. Hier sind die wichtigsten Vorteile, die regelmäßig angewendete Wechselduschen mit sich bringen.

1. Wechselduschen stärken das Immunsystem:

Der Körper lernt, besser mit Temperaturschwankungen umzugehen. Das lymphatische System wird aktiviert, sodass der Körper besser in der Lage ist, Krankheitserreger abzuwehren.

Wie stärke ich mein Immunsystem?

2. Wechselduschen wirken sich positiv auf den Blutdruck aus:

Das gilt sowohl für hohen Blutdruck als auch für niedrigen Blutdruck und die damit verbundenen Kreislaufprobleme. Bluthochdruckpatienten sollten darauf achten, die Temperaturunterschiede nicht zu extrem zu gestalten und den Körper langsam an den Temperaturwechsel gewöhnen.

Für kreislauflabile Personen gilt dasselbe. Bei Bluthochdruck eignen sich Wasseranwendungen als gute ergänzende Behandlung.

3. Gesunde Venen durch Wechselduschen:

Bei bestehenden Krampfadern (sog. Varizen) kann mit Wechselduschen dafür gesorgt werden, dass keine Verschlimmerung eintritt oder ein Fortschreiten zumindest verlangsamt wird.

Sind Krampfadern in Form der bläulichen durchschimmernden Venen unter der Haut noch nicht vorhanden, können Wechselduschen sehr gut die Prävention unterstützen. Durch das regelmäßige Venen-Training wird der venöse Blutfluss (der Transport des Blutes zum Herzen) unterstützt und Stauungen verhindert.

4. Wechselduschen beeinflussen den Stoffwechsel positiv und können beim Abnehmen zusätzlich unterstützen:

Kälte aktiviert das sympathische System und auch sogenanntes braunes Fettgewebe. Braunes Fett (plurivakuoläres Fettgewebe) verbrennt sich selbst (Thermogenese) und somit zusätzliche Kalorien. Im Gegensatz zu weißem Fettgewebe, das überschüssige Energie nur speichert.

Damit der Effekt langfristig beibehalten wird, muss der Körper nach einiger Zeit neu herausgefordert werden. Die Gewöhnung sorgt dafür, dass der Effekt im Laufe der Zeit abschwächt. Hier hilft: Die niedrigen Temperaturen weiter senken!

5. Wechselduschen heben die Laune und sind ein idealer Stimmungsaufheller:

Über mehrere Wochen angewendet können Wechselduschen die Stimmung verbessern und damit zur Vorbeugung von Depressionen und der Verbesserung von depressiven Verstimmungen sowie Stimmungsschwankungen beitragen.

Bei Beschwerden in den Wechseljahren können sie das allgemeine Befinden verbessern und lästigen Hitzewallungen entgegenwirken.

6. Wechselduschen sorgen für ein schöneres Hautbild:

Wechselduschen stärken das Bindegewebe und machen es Cellulite schwer. Ebenfalls sind die kalten Güsse eine gute Vorbeugung für Dehnungsstreifen. Selbst auf trockene Haut haben Wechselduschen eine positive Wirkung.

7. Wechselduschen härten ab:

Bei regelmäßiger Anwendung von Wechselduschen ist ein verringertes Kälteempfinden zu erwarten. Der Körper kann sowohl mit niedrigen Temperaturen als auch mit Temperaturschwankungen besser umgehen.

8. Wechselduschen: mehr mentale Stärke und Selbstvertrauen!

Wenn du nicht gerade zu dem kleinen Personenkreis gehörst, der kalt duschen von Natur aus mag, wird der kalte Teil der Dusche zunächst eine Überwindung sein. Zumindest der kalte Teil wird als unangenehm empfunden.

Hast du dich jedoch mehrfach überwunden und das Spiel mit den Temperaturen ist zu einer Gewohnheit geworden, wirst du dich besser fühlen und sehr stolz sein. Du bist mental gestärkt und gehst unangenehmen Dingen nicht mehr aus dem Weg. Das wird sich auch auf weitere Lebensbereiche auswirken!

9. Wechselduschen wirken positiv auf negativen Stress:

Neben dem Einfluss auf Gefäße, wirken sich die abwechselnd höheren und niedrigen Temperaturen auf die Nervenbahnen aus. Zusätzlich werden Neurotransmitter wie Beta-Endorphine sowie Noradrenalin ausgeschüttet. Nach einer Warm-Kalt-Dusche fühlst du dich deutlich entspannter und hast auf Dauer eine erhöhte Stresstoleranz.

Wechselduschen richtig machen: die Anleitung zur richtigen Anwendung!

Beachte folgende Regeln, damit die Wechseldusche die gewünschten positiven Effekte hervorbringen kann. In der Grafik siehst du die genaue Reihenfolge und einige Zusatzhinweise.

Nachdem du deine morgendliche Dusche durchgeführt hast, drehst du die Wassertemperatur runter und braust deinen rechten Fuß und das rechte Bein ab. Die rechten Gliedmaßen sind weiter vom Herzen entfernt, sodass der Kreislauf hier nicht überfordert wird.

Bist du mit der rechten Beinseite fertig, führe die kalten Wasserstrahlen startend vom linken Fuß nach oben zum Gesäß. Am besten braust du immer erst die Außenseite der Gliedmaßen ab. Nach den Beinen sind die Arme und Schultern dran und wer etwas geübt ist, kann den Warm-Kalt-Wechsel auch auf die Oberkörper Vorder- und Rückseite ausweiten.

Wichtige Antworten auf Fragen zu Wechselduschen

Wechselduschen sind einfach durchzuführen. Einige wichtige Fragen werden immer wieder gestellt und deshalb an dieser Stelle beantwortet.

Wechselduschen morgens oder abends anwenden?

Idealerweise sollten Wechselduschen morgens nach dem Aufstehen durchgeführt werden. Die belebende Dusche gibt dir einen Energiekick und idealen Start in den Tag.

Du fühlst dich wach und belebt!

Wer mag, kann den Kältekick in Duschform natürlich auch abends einsetzen oder immer dann, wenn ein Energieschub nötig ist. Gerade im Sommer bei heißen Außentemperaturen kann eine Wechseldusche am Nachmittag oder Abend sehr angenehm wirken.

Mehrfaches duschen am Tag sollte vermieden werden, da sonst der Säureschutzfilm auf der Haut leidet und die Haut schnell austrocknen kann.

Welche Temperatur ist die richtige beim Wechselduschen?

Das kalte Wasser sollte auf jeden Fall niedriger als deine Körpertemperatur sein. Das Wasser darf sehr kalt sein. Gerade im Sommer sind die Temperaturen aus dem Wasserhahn nicht allzu niedrig. Im Winter hingegen kann das Wasser aus der Leitung sehr kalt sein. Probiere einfach aus (ohne deinen Körper zu überfordern).

Das heißt bei mindestens 38 Grad Celsius und nicht wärmer als 42 Grad Celsius.

Wie lange dauert eine Wechseldusche?

Insgesamt dauert eine Wechseldusche zwischen 90 Sekunden und 3 Minuten. Hierfür brauchst du allerdings nicht auf die Uhr zu schauen. Führe die Dusche einfach in der richtigen Reihenfolge durch und sei dabei entspannt.

Wie oft Wechselduschen anwenden?

Hier verhält es sich wie beim Sport: Die besten Ergebnisse werden mit regelmäßigen Anwendungen von Wechselduschen erzielt. Also am besten täglich (alternativ 3-4-mal pro Woche) nach der morgendlichen Dusche anwenden. Du wirst einige positive Effekte direkt wahrnehmen und zusätzliche Vorteile ergeben sich nach regelmäßiger Anwendung über mehrere Wochen.

Was ist die richtige Reihenfolge beim Wechselduschen?

So gehst du bei Wechselduschen richtig vor:

  • Rechter Fuß, rechtes Bein,
  • Linker Fuß, linkes Bein,
  • Rechter Arm, die Schultern, linker Arm.

In welcher Reihenfolge der Wassertemperaturen duschen?

Die richtige Reihenfolge ist für einen positiven Effekt der Wechselduschen sehr wichtig. Halte dich unbedingt daran:

Normale Dusche, dann: kalt, warm, kalt, warm, kalt.

Mögliche Nachteile und Risiken von Wechselduschen:

Keine Wechselduschen bei Fieber oder Erkältungen:

Fieber ist eine klare Kontraindikation für Wechselduschen. Bei Fieber dürfen keine Wechselduschen durchgeführt werden! Bei Infekten ohne Fieber können sie durchgeführt werden, wenn dein Körper bereits daran gewöhnt ist.

Im Zweifel: Auf Nummer sicher gehen und sein lassen. Der Wechsel zwischen kalt und warm fordert dein Herz-Kreislauf-System. Das kann bei fortgeschrittener Erkältung zu einer zusätzlichen Schwächung führen.

Bei Herzproblemen im fortgeschrittenen Alter sollte ebenfalls auf Wechselduschen verzichtet werden, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.

Wechselduschen in der Schwangerschaft und bei Kreislaufproblemen:

Grundsätzlich können schwangere Frauen Wechselduschen in der Schwangerschaft anwenden. Insbesondere, wenn sie daran gewöhnt sind. Dennoch sollte immer Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden, um jegliches Risiko auszuschließen.

Für kreislauflabile Personen gilt: Um den ohnehin schwachen Kreislauf nicht zu überfordern, lieber nach und nach an die Wechseldusche gewöhnen. Brause zunächst nur die Füße und Unterschenkel ab. Im Laufe der Zeit kannst du die abgebrausten Körperregionen ausweiten, sofern dein Körper gut damit zurechtkommt.

Wechselduschen am Abend: Vorsicht! Einschlafprobleme!

Wechselduschen sind morgens ideal, wenn uns der ganze Tag noch bevorsteht. Abends können Wechselduschen dazu führen, dass Probleme beim Einschlafen entstehen. Vor einer Nachtschicht bei der Arbeit ist die Warm-Kalt-Dusche selbstverständlich wohltuend.

Fazit:

Wechselduschen sind eine der einfachsten Möglichkeiten, mit wenig Aufwand große Wirkung zu erzielen. Für viele Menschen können sie für zusätzliches Wohlbefinden sorgen. Für das sportliche Training sind sie die ideale Ergänzung und das kleine Wellness-Programm für den Alltag.

Genug der Informationen, es wird Zeit, die Wirkungen der morgendlichen Wechseldusche selbst zu erfahren. Probiere es morgen doch gleich mal aus! Schreibe in den Kommentaren, welche Erfahrungen du gemacht hast.

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2 Antworten

  1. Bezüglich Wechselduschen am Abend kann ich aus meiner eigenen Erfahrung in Bezug auf Einschlafproblemen nur positives sagen. Ich habe die Erfahrung gemacht dass ich sogar eine bessere Schlafqualität (was Einschlafen und Durchschlafen betrifft) habe. Es wundert mich sogar ein bisschen. Mache meistens zwischen 20:00 und 20:30 nach meinem Abendsport das Wechselduschen. Ich mache das mittlerweile bei jedem Duschvorgang seit einem Jahr. Bin jedenfalls voll und ganz vom Gesundheitsnutzen überzeugt und kann das Wechselduschen nur jedem empfehlen. Kostet nichts (außer ein bisschen Überwindung). Braucht nur wenig Zeit und bringt sehr viel. Alles Gute und gute Gesundheit und danke für diesen Bericht.

    1. Lieber Reinhard,
      herzlichen Dank für deinen Tipp mit den Wechselduschen am Abend!
      Das ist ggf. mal einen Versuch Wert und vielleicht gerade im Sommer hilfreich.
      Wie bei dir nach dem abendlichen Training sicherlich eine gute zusätzliche Entspannung.

      Da sieht man mal wieder, dass es kaum Pauschalempfehlungen gibt, denn jeder reagiert nun mal anders. Einfach ausprobieren und schauen, was für einen persönlich am besten passt.

      Auf jeden Fall toll, dass du das nun schon so lange durchziehst!
      Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat kann man kaum noch darauf verzichten.
      Alles Gute für Dich und schau bald mal wieder vorbei, hier bei LAufwind!
      Deine Daniela

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