Gewichtszunahme in der Perimenopause ist häufig. Sie entsteht aber meist nicht nur durch Hormone, sondern durch ein Zusammenspiel aus hormonellen Schwankungen, weniger Muskelmasse, verändertem Schlaf, Stress, Appetit und Alltagsbewegung. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Zahl auf der Waage, sondern auch, wo Fett eingelagert wird und welche Hebel du im Alltag wirklich beeinflussen kannst.
Perimenopause Gewichtszunahme: Ist das normal und was hilft wirklich?
Ja, Gewichtszunahme in der Perimenopause ist häufig. Normal heißt aber nicht, dass du nichts tun kannst oder dass jede Veränderung automatisch nur hormonbedingt ist.
Die kurze Antwort lautet: Meist wirken mehrere Faktoren gleichzeitig. Schwankende Östrogenspiegel verändern die Fettverteilung. Dazu kommen altersbedingter Muskelverlust, oft weniger spontane Bewegung im Alltag, schlechterer Schlaf, Heißhunger und eine schlechtere Regeneration. Genau deshalb greifen alte Abnehmstrategien oft nicht mehr so gut wie mit 25 oder 30.
Wichtig ist auch die Perspektive: Nicht jede Frau nimmt gleich stark zu. Und nicht immer ist Gewichtsverlust sofort das sinnvollste erste Ziel. Bei vielen ist es realistischer und gesundheitlich bereits wertvoll, zunächst das Gewicht zu stabilisieren, den Taillenumfang zu bremsen, Kraft zurückzugewinnen und abendliche Essdynamiken zu beruhigen.
Was Perimenopause bedeutet und wie sie sich von Menopause unterscheidet
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause. Sie ist geprägt von hormonellen Schwankungen und Veränderungen im Zyklus.
Die Menopause selbst ist kein mehrjähriger Zustand, sondern ein Zeitpunkt. Sie wird rückblickend definiert, wenn 12 Monate keine Periode mehr aufgetreten ist. Danach beginnt die Postmenopause.
Diese Abgrenzung ist wichtig, weil viele Artikel alles vermischen und dadurch typische Probleme der Übergangsphase zu ungenau erklären. Der NHS (National Health Service UK) beschreibt unregelmäßige Blutungen, Schlafprobleme und Gewichtszunahme als häufige Beschwerden in Perimenopause und Menopause. Dabei tritt Gewichtszunahme oft im Bereich von Bauch und Oberkörper auf. NHS: Symptoms of menopause and perimenopause
| Phase | Dauer | Veränderungen | Trainingsempfehlung |
|---|---|---|---|
| Perimenopause | Mehrere Jahre möglich | Zyklus wird unregelmäßiger, Hormone schwanken, Schlaf und Belastbarkeit können variieren | Belastung flexibel steuern, Krafttraining als Konstante, Intensität symptomorientiert anpassen |
| Menopause | Ein Zeitpunkt | Letzte Periode, rückblickend nach 12 Monaten ohne Blutung definiert | Keine eigene Trainingsphase, Fokus bleibt auf Muskelmasse, Regeneration und Alltagstauglichkeit |
| Postmenopause | Ab danach dauerhaft | Hormonlage stabiler auf niedrigerem Niveau, Körperzusammensetzung bleibt relevant | Regelmäßiges Krafttraining, Ausdauer und Mobilität langfristig kombinieren |
Warum Gewichtszunahme in der Perimenopause entsteht
Perimenopause Gewichtszunahme ist fast nie monokausal. Meist überlagern sich hormonelle, körperliche und verhaltensbezogene Veränderungen.
| Mögliche Ursache | Was dabei passiert | Typische Hinweise im Alltag |
|---|---|---|
| Hormonelle Schwankungen | Fett wird eher zentral gespeichert, Appetit und Wasserhaushalt können sich verändern | Bauch wird weicher, Umfang steigt trotz ähnlichem Gewicht |
| Weniger Muskelmasse | Der Energieverbrauch sinkt, Leistungsfähigkeit nimmt leichter ab | Früheres Essen hält Gewicht nicht mehr so stabil, Krafttraining fällt schwerer |
| Weniger Alltagsbewegung | Auch kleine Aktivitätseinbußen summieren sich | Mehr Sitzen, weniger Wege zu Fuß, schneller erschöpft |
| Schlafmangel | Hunger, Snackdrang, Erholung und Trainingsqualität verschlechtern sich | Abendlicher Heißhunger, Müdigkeit, wenig Energie für Training |
| Dauerbelastung ohne Regeneration | Stressabbau fehlt, Essen wird leichter zur schnellen Entlastung | Snacken aus Erschöpfung, unregelmäßige Mahlzeiten, geringe Belastbarkeit |
| Zu restriktive Diäten | Sättigung, Stimmung und Trainingsleistung leiden, Rückfälle werden wahrscheinlicher | Pendeln zwischen Verzicht und Kontrollverlust |
Warum du trotz gleichem Essen zunehmen kannst
Gleich essen wie früher heißt nicht automatisch, dass die Energiebilanz heute noch gleich ausfällt. Wenn Muskelmasse sinkt, Schlaf schlechter wird und du dich unbemerkt weniger bewegst, kann derselbe Alltag plötzlich zu einem leichten Überschuss führen.
Genau das beschreibt auch die Einordnung von Davis und Kolleginnen. Die Review kommt zu dem Schluss, dass Gewichtszunahme an sich nicht allein der Menopausenphase zugeschrieben werden kann, dass die hormonelle Veränderung aber mit mehr Gesamtkörperfett und mehr abdominalem Fett verbunden ist. Davis SR et al. 2012: Understanding weight gain at menopause
Warum sich Fett plötzlich stärker am Bauch verteilt
Nicht nur das Gewicht verändert sich. Häufig verändert sich vor allem die Körperzusammensetzung und die Fettverteilung.
Der Bauch ist dabei gesundheitlich relevanter als kleine Schwankungen auf der Waage, weil viszerales Fett stoffwechselaktiver ist als Fett an Hüfte oder Oberschenkeln. Der NHS nennt ausdrücklich, dass Gewichtszunahme in dieser Phase oft am Bauch und Oberkörper auftritt. NHS: Symptoms of menopause and perimenopause
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse fand außerdem bei postmenopausalen Frauen im Vergleich zu prämenopausalen Frauen höhere Werte unter anderem für Taillenumfang, Taille-Hüft-Verhältnis und BMI. Das stützt die Beobachtung, dass sich Fettverteilung im Verlauf des menopausalen Übergangs ungünstiger entwickeln kann. A systematic review and meta-analysis investigating differences in chronic inflammation and adiposity before and after menopause
Welche Rolle Schlaf, Stress und Regeneration wirklich spielen
Oft ist nicht Stress allein das Hauptproblem. Kritischer ist eine dauerhaft hohe Belastung ohne ausreichende Erholung.
Schlechte Nächte, nächtliches Schwitzen, Grübeln, hohe Arbeitslast oder Care-Arbeit verschieben den Alltag oft so, dass regelmäßige Mahlzeiten, Training und Erholung wegbrechen. Dann entstehen Heißhunger, mehr Snacking und weniger Bewegung nicht aus fehlender Disziplin, sondern aus Überforderung des Systems. Die Women’s Health Concern betont, dass Gewichtsmanagement leichter wird, wenn andere belastende Symptome wie Schlafprobleme oder Stimmungstiefs besser kontrolliert sind. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
Warum frühere Abnehmstrategien oft nicht mehr funktionieren
Was früher mit etwas weniger Essen und mehr Cardio funktioniert hat, scheitert in der Perimenopause oft an der Kombination aus weniger Muskelmasse, mehr Erschöpfung und schlechterer Regeneration.
Vor allem drei Denkfehler bremsen viele Frauen aus. Erstens: noch weniger essen. Das klingt logisch, verschärft aber oft Hunger, Müdigkeit und spätere Essanfälle. Zweitens: Cardio als alleinige Lösung. Das verbessert zwar Ausdauer und Kalorienverbrauch, schützt aber Muskeln nicht ausreichend. Drittens: tägliches Kontrollieren von Gewicht, Bauchumfang oder Spiegelbild. Das kann zusätzlichen Stress erzeugen und den Blick auf echte Fortschritte verstellen.
Gerade in einer Phase mit viel Alltagslast sind kleine, robuste Gewohnheiten meist wirksamer als ambitionierte Diätpläne. Nachhaltige Regulierung ist hier fast immer erfolgreicher als kurzfristige Härte.
Perimenopause Gewichtszunahme: Was tun? Die wichtigsten Hebel in der richtigen Reihenfolge
Am meisten bringt ein Maßnahmenplan, der nicht nur Kalorien betrachtet. Ernährung, Krafttraining, Alltagsbewegung, Schlaf und Stressregulation greifen ineinander.
1. Erst Stabilität schaffen statt sofort radikal abzunehmen
Wenn dein Alltag chaotisch ist, brauchst du zuerst Struktur. Ein regelmäßiger Essrhythmus und verlässliche Grundgewohnheiten sind oft wichtiger als ein perfekter Ernährungsplan.
Die Women’s Health Concern empfiehlt kleine, stetige Veränderungen und warnt vor kurzfristigen Lösungen. Genau das passt zur Perimenopause: Erst Stabilisierung, dann gezielte Veränderung. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
2. Protein erhöhen, damit Sättigung und Muskelerhalt zusammenarbeiten
Eiweiß ist in dieser Phase doppelt relevant. Es unterstützt den Muskelerhalt und macht Mahlzeiten oft deutlich sättigender.
Gerade Frauen, die tagsüber zu wenig essen und abends viel snacken, profitieren häufig nicht von noch mehr Verzicht, sondern von besseren Mahlzeiten. Praktisch bedeutet das: Jede Hauptmahlzeit sollte eine klare Proteinquelle enthalten, dazu Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn oder andere ballaststoffreiche Komponenten. So sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du abends entgleist, obwohl du morgens noch überzeugt warst, heute „einfach diszipliniert“ zu sein.
3. Krafttraining als Kernbaustein nutzen
Wenn du nur einen Trainingsschwerpunkt setzen willst, sollte es Krafttraining sein. Der Grund ist nicht nur Kalorienverbrauch, sondern vor allem Muskelerhalt, Belastbarkeit und Körperzusammensetzung.
Die Women’s Health Concern beschreibt den Rückgang an Muskelmasse als wichtigen Treiber der Gewichtszunahme und empfiehlt regelmäßige Kraft- oder Widerstandsübungen, um Muskelaufbau und Stoffwechsel zu unterstützen. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
Für viele Frauen 35+ ist deshalb nicht mehr Cardio die größte Baustelle, sondern zu wenig Reiz für die Muskulatur. Zwei bis drei Krafttrainings pro Woche sind oft wirksamer als fünf erschöpfende Cardioeinheiten. Ausdauer bleibt sinnvoll, aber ergänzend.
4. Alltagsbewegung wieder sichtbar machen
Viele unterschätzen, wie stark unbewusste Alltagsbewegung das Gewicht beeinflusst. Wer müder ist, sitzt mehr, geht weniger Wege zu Fuß und bewegt sich insgesamt sparsamer.
Deshalb ist ein Blick auf Schritte, Wege im Alltag, Treppen, kurze Spaziergänge nach dem Essen oder aktive Pausen oft hilfreicher als die Frage, ob du noch eine zusätzliche HIIT-Einheit schaffen musst. Die Women’s Health Concern empfiehlt, Aktivität konsistent an den meisten Tagen zu erhöhen und nicht alles auf einzelne harte Workouts zu setzen. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
5. Schlaf als Stoffwechselthema behandeln
Schlaf ist kein Wellness-Zusatz. Er beeinflusst Hunger, Training, Erholung und die Fähigkeit, tagsüber vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Wenn du nachts schlecht schläfst und tagsüber funktionierst statt regenerierst, ist ein aggressives Kaloriendefizit oft der falsche Hebel. Dann hilft meist mehr, zuerst Schlafhygiene, Abendroutinen, Symptommanagement und Belastungssteuerung zu verbessern. Das ist nicht spektakulär, aber oft der Punkt, an dem Gewichtsstabilität überhaupt erst wieder möglich wird.
6. Moderates Kaloriendefizit statt Crash-Diät
Abnehmen in der Perimenopause ist möglich. Es wird aber meist langsamer, weniger linear und deutlich schlechter verträglich, wenn du zu radikal kürzt.
Die Women’s Health Concern rät von extremen Diäten, langen Fastenphasen und sehr niedriger Energiezufuhr ab. Als praktikable Orientierung nennt das Factsheet ein tägliches Defizit von etwa 300 bis 500 Kilokalorien in Kombination mit Bewegung und Krafttraining. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
Weniger essen hilft also nicht automatisch. Es hilft nur dann, wenn die Reduktion realistisch, sättigend und langfristig durchhaltbar ist. Sonst landet man schnell wieder im Kreislauf aus Verzicht, Erschöpfung und Gegenessen.
7. Alkohol ehrlicher einordnen
Alkohol ist in dieser Lebensphase ein oft unterschätzter Treiber. Er liefert Energie, verschlechtert bei vielen den Schlaf und erhöht zusätzlich die Wahrscheinlichkeit für Snackattacken.
Die Women’s Health Concern weist ausdrücklich darauf hin, dass Alkohol aus Gewichtsmanagementsicht relevant ist und häufig mit zusätzlichem Naschen einhergeht. Wenn du das Gefühl hast, „eigentlich gar nicht so viel zu essen“, lohnt sich genau hier ein nüchterner Blick. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
Welche Strategien in der Perimenopause hilfreich sind und welche eher nicht
Nicht jede populäre Methode passt zu dieser Phase. Entscheidend ist, ob sie Muskelerhalt, Sättigung, Alltagstauglichkeit und Regeneration unterstützt.
| Hilfreicher Ansatz | Warum er oft besser funktioniert | Weniger hilfreicher Ansatz | Warum er oft scheitert |
|---|---|---|---|
| Regelmäßige, sättigende Mahlzeiten | Stabilisiert Hunger und reduziert Abendessen aus Erschöpfung | Mahlzeiten auslassen ohne Plan | Kann Heißhunger und spätere Überessen-Episoden verstärken |
| Proteinreich essen | Unterstützt Sättigung und Muskelerhalt | Nur Kalorien zählen | Qualität und Sättigung bleiben auf der Strecke |
| Krafttraining plus Alltagsbewegung | Verbessert Körperzusammensetzung nachhaltiger | Nur Cardio | Muskelreiz und Belastbarkeit bleiben oft zu gering |
| Moderates Defizit | Besser durchhaltbar, weniger Gegenregulation | Crash-Diät | Mehr Stress, Müdigkeit und Rückfallrisiko |
| Monitoring mit mehreren Kennzahlen | Erfolge werden sichtbarer als nur auf der Waage | Tägliches Kontrollieren des Gewichts | Erzeugt oft unnötigen Druck und Fehlinterpretationen |
Wie du Fortschritte sinnvoll misst, ohne dich zusätzlich zu stressen
Die Waage zeigt nur einen kleinen Teil des Bildes. Gerade in der Perimenopause können Wasser, Zyklusschwankungen, Schlaf und Training das Gewicht kurzfristig verzerren.
Sinnvoller ist eine kleine Kombination aus Kennzahlen. Die Women’s Health Concern empfiehlt unter anderem Gewicht nicht zu häufig zu kontrollieren, Maße zu nutzen und auch Energie oder Passform von Kleidung zu beobachten. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
- Taillenumfang einmal pro Woche oder alle zwei Wochen
- Kraftwerte im Training
- Energie im Alltag
- Schlafqualität
- Hungergefühl und Snackdrang
- Zyklusverlauf und Beschwerden
Wenn die Waage stagniert, aber deine Kraft steigt, dein Schlaf stabiler wird und der Taillenumfang langsam sinkt, ist das ein echter Fortschritt. Gerade bei Frauen mit viel Stresslast ist Gewichtsstabilisierung oft schon ein sinnvoller Zwischenerfolg.
Beispielhafter Wochenplan bei Perimenopause Gewichtszunahme
Ein guter Plan muss nicht perfekt sein. Er muss vor allem zu einem fordernden Alltag passen.
Das folgende Beispiel ist bewusst einfach gehalten und soll zeigen, wie ein realistischer Rahmen aussehen kann.
| Tag | Bewegung | Ernährungsfokus | Regeneration |
|---|---|---|---|
| Montag | 45 Minuten Krafttraining Ganzkörper | Drei sättigende Mahlzeiten mit Proteinbasis | Fester Schlafbeginn |
| Dienstag | 7.000 bis 9.000 Schritte, kurzer Spaziergang nach dem Abendessen | Snack nur geplant statt nebenbei | 10 Minuten Runterfahren ohne Bildschirm |
| Mittwoch | 30 bis 40 Minuten lockere Ausdauer oder zügiges Gehen | Ballaststoffreiche Hauptmahlzeiten | Früher ins Bett, wenn die Nacht davor schlecht war |
| Donnerstag | 45 Minuten Krafttraining Ganzkörper | Protein zum Frühstück und Mittag priorisieren | Kein spätes intensives Training bei Erschöpfung |
| Freitag | Alltagsbewegung sammeln, Treppen und Wege zu Fuß | Alkohol bewusst einplanen oder weglassen | Wochenabschluss ohne Essen als Belohnung |
| Samstag | Längerer Spaziergang, Radfahren oder lockere Ausdauer | Mahlzeiten grob vorbereiten | Mittagspause oder Ruhefenster |
| Sonntag | Optional Mobilität oder leichte Aktivität | Woche strukturieren statt kompensieren | Schlaf, Termine und Trainingszeiten planen |
Checkliste: 7 erste Schritte bei Gewichtszunahme in der Perimenopause
Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, fang hier an. Die Reihenfolge ist bewusst praxisnah gewählt.
- Beobachte 7 Tage lang Schlaf, Hunger, Snacks, Schritte und Zyklus statt nur dein Gewicht.
- Plane drei regelmäßige Mahlzeiten oder einen verlässlichen Essrhythmus.
- Ergänze jede Hauptmahlzeit um eine klare Proteinquelle.
- Baue zwei bis drei Krafttrainings pro Woche ein.
- Erhöhe deine Alltagsbewegung moderat und konsistent.
- Prüfe Alkohol, flüssige Kalorien und unbewusstes Naschen ehrlich.
- Setze als erstes Ziel Gewichtsstabilität, bessere Energie oder weniger Bauchumfang statt schnellen Gewichtsverlust.
Hormonersatztherapie (HRT) und Gewicht: Macht eine Hormonersatztherapie dick?
HRT ist keine Abnehmtherapie. Nach aktueller Patienteninformation gibt es aber wenig Evidenz dafür, dass übliche HRT-Formen selbst die Ursache einer Gewichtszunahme sind.
Der NHS weist darauf hin, dass Nebenwirkungen von HRT den Menopausesymptomen ähneln können und dass Beschwerden nicht automatisch durch die HRT verursacht werden. NHS: Side effects of hormone replacement therapy
Die Women’s Health Concern formuliert noch klarer, dass es keine Evidenz dafür gibt, dass HRT für Gewichtszunahme verantwortlich ist. Möglich sind vorübergehend Blähungen oder Flüssigkeitseinlagerungen, die sich je nach Präparat und Zeitverlauf wieder legen können. Women’s Health Concern: Weight gain and menopause
Indirekt kann HRT manchen Frauen helfen, wenn sie Schlaf, Hitzewallungen oder andere belastende Symptome verbessert. Das ersetzt aber weder Krafttraining noch Ernährung noch Regeneration. Sie ist also weder Wundermittel noch pauschaler Dickmacher.
Wann du Gewichtszunahme in der Perimenopause ärztlich abklären solltest
Nicht jede Veränderung ist nur Perimenopause. Plötzliche, starke oder unklare Gewichtszunahme gehört medizinisch eingeordnet.
- schnelle oder deutlich stärkere Gewichtszunahme in kurzer Zeit
- sichtbare Ödeme oder Wassereinlagerungen
- Atemnot
- ausgeprägte Erschöpfung, die nicht zu deinem üblichen Belastungsmuster passt
- Verdacht auf Schilddrüsenprobleme
- neue oder geänderte Medikamente seit Beginn der Gewichtszunahme
- sehr starke oder ungewöhnliche Blutungen
- Blutungen nach bereits 12 Monaten ohne Periode
Der NHS empfiehlt bei belastenden Symptomen, verändertem Blutungsmuster und Blutungen nach 12 Monaten ohne Periode eine ärztliche Abklärung. NHS: Symptoms of menopause and perimenopause Gerade wenn dein Eindruck lautet: Das fühlt sich nicht mehr nach normaler Veränderung an, sondern nach etwas Neuem oder Plötzlichem, solltest du das ernst nehmen.
FAQ: Häufige Fragen zu Perimenopause Gewichtszunahme
Warum nehme ich in der Perimenopause trotz gleichem Essen zu?
Weil gleiches Essen nicht automatisch auf einen unveränderten Körper trifft. Schon etwas weniger Muskelmasse, schlechterer Schlaf und weniger Alltagsbewegung können die Energiebilanz verschieben.
Dazu kommt, dass sich die Fettverteilung hormonell verändern kann. Die Zahl auf der Waage steigt dann manchmal nur moderat, während Bauchumfang und Körpergefühl sich deutlich verändern. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf Körperzusammensetzung und Alltag statt nur auf Kalorien.
Kann ich in der Perimenopause überhaupt noch abnehmen?
Ja, aber oft langsamer und weniger linear als früher. Der sinnvollere Weg ist meist ein moderates Defizit kombiniert mit Krafttraining, Protein, Schlaf und realistischen Erwartungen.
Wer zu radikal startet, produziert häufig mehr Hunger, mehr Müdigkeit und mehr Rückschläge. Besser funktioniert ein Plan, den du mehrere Monate tragen kannst. Bei hoher Belastung ist Gewichtsstabilisierung zunächst oft ein guter erster Erfolg.
Hilft weniger essen automatisch gegen Perimenopause Gewichtszunahme?
Nein. Weniger essen hilft nur dann, wenn die Reduktion moderat, sättigend und durchhaltbar ist.
Zu starke Restriktion verschlechtert bei vielen Frauen Schlaf, Stimmung, Trainingsleistung und Essverhalten. Dann wird aus dem Versuch abzunehmen schnell ein Kreislauf aus Verzicht und Gegenessen. Nachhaltiger ist ein kleiner Kalorienpuffer mit guter Mahlzeitenqualität.
Welches Training ist bei Gewichtszunahme in der Perimenopause am sinnvollsten?
Krafttraining ist der wichtigste Baustein. Ausdauer und Alltagsbewegung ergänzen sinnvoll, sollten aber nicht die einzige Strategie sein.
Der Hauptgrund ist der Schutz von Muskelmasse und damit von Leistungsfähigkeit und Körperzusammensetzung. Zwei bis drei gut planbare Krafttrainings pro Woche bringen häufig mehr als viel Cardio ohne klaren Muskelreiz. Bei Erschöpfung darf die Belastung flexibel angepasst werden.
Macht die Hormonersatztherapie (HRT) dick?
Nach aktueller Patienteninformation nicht automatisch. Es gibt wenig Evidenz dafür, dass die meisten HRT-Formen selbst Gewichtszunahme verursachen.
Vorübergehend können je nach Präparat Blähungen oder Flüssigkeitseinlagerungen auftreten. Gleichzeitig kann HRT indirekt helfen, wenn Schlaf oder andere Symptome sich verbessern. Sie ist aber keine Abnehmbehandlung.
Wann sollte ich Schilddrüse, Medikamente oder andere Ursachen prüfen lassen?
Dann, wenn die Gewichtszunahme plötzlich, stark oder für deinen Verlauf untypisch ist. Auch Ödeme, Atemnot, auffällige Erschöpfung oder neue Medikamente sind klare Anlässe zur Abklärung.
Perimenopause erklärt viel, aber nicht alles. Gerade weil diese Phase so leicht zur Sammelerklärung wird, sollte medizinisch geprüft werden, ob noch andere Ursachen beteiligt sind. Das ist kein Alarmismus, sondern saubere Einordnung.
Perimenopause Gewichtszunahme: Fazit
Gewichtszunahme in der Perimenopause ist häufig, aber sie ist weder ein persönliches Versagen noch ein reines Hormonproblem. Meist wirken Fettverteilung, Muskelmasse, Schlaf, Stress, Alltagsbewegung und Essverhalten zusammen. Deshalb helfen keine pauschalen Diätregeln, sondern ein ruhiger, realistischer Plan mit Krafttraining, Protein, Schlaf und moderatem statt radikalem Vorgehen.
Quellen
NHS. Symptoms of menopause and perimenopause. Abrufbar unter: https://www.nhs.uk/conditions/menopause-and-perimenopause/symptoms/
NHS. Side effects of hormone replacement therapy (HRT). Abrufbar unter: https://www.nhs.uk/medicines/hormone-replacement-therapy-hrt/side-effects-of-hormone-replacement-therapy-hrt/
Women’s Health Concern. Weight gain and menopause. 2023. Abrufbar unter: https://www.womens-health-concern.org/wp-content/uploads/2023/06/31-WHC-FACTSHEET-Weight-Gain-and-menopause-JUNE2023-A.pdf
Davis SR et al. Understanding weight gain at menopause. 2012. PubMed. Abrufbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22978257/
A systematic review and meta-analysis investigating differences in chronic inflammation and adiposity before and after menopause. PubMed. Abrufbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39332331/


